Mars (Planet) Beschreibung Mars (Planet)  
 
   
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Mars (Planet)

Dieser Text beschreibt Mars (Planet).


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Mars (Planet) Artikel

---Sidenote START---
Mars (Planet) Beschreibung
Merkmale des Orbits
Aphel 249,23 Mio. km
1,666 AE
Mittlerer Radius 227,92 Mio. km
1,524 AE
Perihel 206,62 Mio. km
1,381 AE
numerische ExzentrizitÀt 0,0935
Siderische Periode 686,98 Tage (Marsjahr)
Synodische Periode 779,94 Tage
Ø Orbitalgeschwindigkeit 24,1309 km/s
Bahnneigung 1,85°
Kleinster Erdabstand 55,7 Mio. km
GrĂ¶ĂŸter Erdabstand 401,3 Mio. km
Physikalisches Merkmalen
Durchmesser am Äquator 6794 km
OberflÀcheninhalt 144 Mio. km2
(0,28-fache der Erde)
Masse 6,4185 × 1023 kg
(0,107 Erdenmassen)
Mittlere Dichte 3,933 g/cm3
Schwerkraft
an der OberflÀche
3,71 m/sÂČ
(0,379-fache der Erde)
Rotationsperiode 24 Std. 37 Min. 22 Sek.
Neigung der Drehachse 25,19°
Albedo 0,15
Fluchtgeschwindigkeit 5,03 km/s
Temperatur
an der OberflÀche
Min Mittel Max
184 K 210 K 242 K
Merkmale der AtmosphÀre
Druck 6,36 mbar
Kohlendioxid 95,32%
Stickstoff 2,7%
Argon 1,6%
Sauerstoff 0,13%
Kohlenmonoxide 0,08%
Wasser 210 ppm
Stickstoffmonoxid 100 ppm
Neon 2,5 ppm
Krypton 300 ppb
Xenon 80 ppb
Ozon 30 ppb
Methan 10,5 ppb
Sonstige Daten
Anzahl der Satelliten 2, Phobos und Deimos

Der Mars ist, von der Sonne her gesehen, der vierte Planet in unserem Sonnensystem. Er wird zu den erdĂ€hnlichen (terrestrischen) Planeten gerechnet. Aufgrund seiner roten Farbe wurde der Mars nachdem römischen Kriegsgott Mars benannt und wird auch häufig der Rote Planet genannt. Zeichen: ♂

Wegen seiner mysteriösen roten FÀrbung hat der Mars schon stets die Menschen fasziniert. Die rötliche FÀrbung selbst verdankt der Mars Eisenoxid-Staub, der sich auf der OberflÀche verteilt hat. Man kann sagen, "der Mars rostet".

Inhaltsverzeichnis
Buch-Tipp: Bilder vom Mars Inhalt Top, Verpackung nicht so. . . Jeder Interessierte kennt das eine oder andere Foto der Viking-Missionen vom Mars oder auch Fotos von den neueren Orbitern, Sonden und Rover. Aber wie auch bei den Mond-OberflÀchenfotos bedient sich die Presse mehr oder weniger stets wieder der gleichen Motive. In diesem Band hingegen sind viele Fotos zu sehen,...

Aufbau

Der Mars hat ein Zehntel der Masse der Erde und ca. ein Viertel ihrer OberflĂ€che. Da er jedoch keine Ozeane besitzt, ist die LandoberflĂ€che der beiden Planeten annĂ€hernd gleich. Die Temperaturen erreichen in dem Sommer (bezogen auf das Marsjahr) in ÄquatornĂ€he etwa 20 °C am Tag und bis zu -85 °C in der Nacht. Der große Temperaturunterschied ist auf die dĂŒnne AtmosphĂ€re zurĂŒckzufĂŒhren, die keine SonnenwĂ€rme halten kann. Ihr Druck betrĂ€gt ca. 6,36 mbar in dem Vergleich zu durchschnittlich 1013 mbar auf der Erde. Das entspricht der ErdatmosphĂ€re in einer Höhe von 35 km.

Mars (Planet) Beschreibung
Mars (Planet) Beschreibung
Fotomontage: Erde und Mars in dem gleichen Maßstab

Da die Rotationsachse um 25°12' gegen die Bahnebene geneigt ist, gibt es auch auf dem Mars Jahreszeiten. Sie haben aber fast die doppelte Dauer der irdischen Jahreszeiten, da ihnen das Marsjahr (687 Tage) zugrunde liegt. In den FrĂŒhjahrsmonaten des Marsjahres erlebt der Mars in seinen ausgedehnten WĂŒstengebieten häufig heftige StaubstĂŒrme . Olympus Mons (Nix Olympica), ein erloschener Vulkan in der Tharsis-Region, ist mit 26,4 km Höhe und einem Durchmesser von fast 600 km der grĂ¶ĂŸte bekannte Berg in dem Sonnensystem. Das Grabensystem Valles Marineris ist mit seiner stellenweise bis zu 6 km Tiefe, 200 km Breite und 4 Tausend km LĂ€nge das grĂ¶ĂŸte Grabensystem (Canyon) des Sonnensystems. Dies entspricht fast einem FĂŒnftel des MarsĂ€quators.

Der ĂŒberwiegende Teil des auf dem Mars vorkommenden Wassers ist in den Polkappen gebunden, die aus gefrorenem Wasser und Kohlendioxid (Trockeneis) bestehen. Gleichwohl gab es in frĂŒheren Zeiten Wasser auf dem Mars. Darauf deuten die zahlreich gefundenen Abflussrinnen (Flussbetten) hin, die auf Fotos von Mariner 9 gefunden wurden. In diesen Rinnen wurden auch stromlinienförmige Inseln gefunden. Alle diese Erkenntnisse weisen darauf hin, dass auf dem Mars frĂŒher ein milderes Klima geherrscht haben muss und dass es auf ihm geregnet hat. Die Sonden Spirit und Opportunity der NASA sowie der Orbiter Mars Express der ESA konnten in dem Februar und MĂ€rz 2004 die ehemalige Existenz von Wasser auf dem Mars nachweisen. Heute ist aufgrund der atmosphĂ€rischen DruckverhĂ€ltnisse die Existenz flĂŒssigen Wassers höchst unwahrscheinlich. Es wird vermutet, dass unterhalb einiger StaubabgĂ€nge an KraterrĂ€ndern Gletscher vorhanden sind, an deren Unterseite Wasser abgehen könnte.

Buch-Tipp: Der Mars. Bilder vom roten Planeten Den Mars unmittelbar erleben Als ich "Der Mars" ausgepackt hatte, war ich zunĂ€chst sprachlos: Schon allein das herrliche Foto des Roten Planeten auf dem Einband schlug mich in seinen Bann, wozu auch das große Format dieses ungewöhnlichen Bild- und Sachbandes beitrug, das der Bebilderung angesichts ihrer hohen QualitĂ€t generell entgegenkommt. Bei...

Monde

Zwei kleine Monde, Phobos und Deimos ("Furcht" und "Schrecken") umkreisen den Mars. Sie wurden 1877 von dem amerikanischen Astronomen Asaph Hall entdeckt und nach den in der Ilias ĂŒberlieferten beiden Pferden, die den Wagen des Kriegsgottes Ares (lat. Mars) ziehen, benannt. Bei Phobos und Deimos handelt sich um unregelmĂ€ĂŸig geformte Felsbrocken (Ellipsoid) und es besteht die Möglichkeit, dass es sich um Asteroiden handelt, die von der Gravitation des Mars eingefangen wurden.

Ihre Existenz war schon lange vorher mehrmals beschrieben worden, zuletzt von Voltaire, der in seiner 1750 erschienenen Geschichte MicromĂ©gas von zwei Marsmonden schreibt. Es ist wahrscheinlich, dass Voltaire diese Idee von Jonathan Swift ĂŒbernommen hat, dessen Buch Gullivers Reisen 1726 erschienen war. Darin wird in dem dritten Teil beschrieben, die Astronomen des Landes Laputa hĂ€tten

ebenfalls zwei kleinere Sterne oder Satelliten entdeckt, die um den Mars kreisen, wovon der innere vom Zentrum des Hauptplaneten exakt drei seiner Durchmesser entfernt ist und der Ă€ußere fĂŒnf.

Damit hat er das Bahnverhalten der Monde fĂŒr die damalige Zeit erstaunlich gut vorhergesagt. Es wird vermutet, dass Swift von einer Fehlinterpretation Johannes Keplers gehört hatte. Dieser hatte das Anagramm, das Galileo Galilei 1609 an ihn schickte, um ihm die Entdeckung der Phasen der Venus mitzuteilen, als die Entdeckung zweier Marsmonde aufgefasst.

Buch-Tipp: Faszination Mars mehr als ca. ein Bildband Carlotto legt mit diesem Buch die Meßlatte fĂŒr MarsbĂŒcher sehr hoch. Neu Bilder in hervorragender QualitĂ€t, sachlich ausgezeichnet zeigt er uns AbnormalitĂ€ten, wie das Marsgesicht, die Landebahnen, die Marspyramiden und und und - und natĂŒrlich noch vieles mehr. Carlotto versucht nicht zu missionieren, er entlĂ€ĂŸt...

Daten zu Phobos und Deimos

Phobos Deimos
Mittlerer Abstand vom Marszentrun 9270 km (0,0000625 AE) 23400 km (0,0001570 AE)
Mittlerer Abstand vom Mars bei mittlerer Opposition: 24ÂŽÂŽ,6 1ÂŽ01ÂŽÂŽ,8
Mittlere siderische Umlaufszeit: 0,3189 Tage 1,2624 Tage
Mittlere synodische Umlaufszeit: 7 Stunden 39 Minuten 26,6 Sekunden 1 Tag 6 Stunden 21 Minuten 15,7 Sekunden
Bahnneigung zu dem MarsÀquator: 1°,1 1°,8
BahnexzentrizitÀt: 0,0210 0,0028
Mittlere Oppositionshelligkeit: 11,6m 12,8m
Maximale scheinbare Helligkeit, vom Mars gesehen: -3.m9 -0.m1
Entweichgeschwindigkeit (km/s): 0,016 0,008
Durchmesser (km): 27 * 22 * 18 15 * 12 * 10
Dichte (g pro cmÂł): 2,0 1,7


Buch-Tipp: Jahrtausendprojekt Mars. Chance und Schicksal der Menschheit. Ein Muß fĂŒr Interessierte! "Jahrtausendprojekt Mars" ist ein Buch, im der Autor versucht, die Vision des bemannten Marsfluges mit der technischen und politischen RealitĂ€t zu verbinden. Dies gelingt ihm in glĂ€nzender Art und Weise, vor allem werden auch dem technischen Laien vorhandene Konzepte und Gedankenspiele verstĂ€ndlich erlĂ€utert....

Erforschung

Buch-Tipp: Jenseits des Blauen Planeten Atemberaubende Fotos Grossartige, atemberaubende Bilder! Und nicht ca. die allgemein bekannten Fotos sondern in der Mehrzahl unbekannte und selten veroeffentliche Aufnahmen. Die Texte sind informativ, bleiben aber angenehm in dem Hintergrund. Die Qualitaet des Bandes rechtfertigt den durchschnittlichen Preis fuer diese Bildbandliga in jeder Hinsicht....

In frĂŒheren Zeiten

Tycho Brahe (1546-1601) maß die Planetenpositionen des Mars mit bloßem Auge recht exakt und schuf damit die Voraussetzung fĂŒr Johannes Kepler (1577-1630), der aufgrund Brahes Aufzeichnungen die elliptischen Bahnen der Planeten berechnete und die drei Keplerschen Gesetze entdeckte.

Christiaan Huygens (1629-1695) entdeckte eine dunkle, dreieckige Zone (Syrtis Major) auf der MarsoberflÀche. Aus deren PositionsverÀnderungen errechnete er die Eigenrotation des Mars von rund 24,5 Stunden (heutiger Wert: 24,623 h).

Wilhelm Herschel (1738-1822) entdeckte 1784 die eisbedeckten Polkappen des Mars. Wilhelm Beer fertigte 1830 die erste Marskarte an.

Buch-Tipp: Mars, Planet des Lebens. Die Jahrtausendentdeckung der NASA Super Information Ein Buch einfach gut geschrieben. Das beste Buch zun Thema das ich bis jetzt gelesen habe.

Raumfahrtzeitalter

Mars (Planet) Beschreibung
Mars (Planet) Beschreibung
Komplette Karte des Mars Quelle: shatters.net
Mars (Planet) Beschreibung
Mars (Planet) Beschreibung
In der Mitte ist Valles Marineris, die grĂ¶ĂŸte Schlucht in dem Sonnensystem. Links die Vulkane der Tharsis-Hochebene.

Viele unbemannte Raumsonden sind schon zu dem Mars geschickt worden, einige waren sehr erfolgreich, aber eine bemerkenswert hohe Anzahl von ihnen versagte. Bei einigen der Fehler handelte es sich schlicht um menschliches Versagen, aber bei vielen anderen ist der Grund fĂŒr das Scheitern unbekannt. Im Gegensatz zu dem Erdmond gibt es bis heute keine Gesteinsproben, die vom Mars zurĂŒckgebracht wurden, so dass Marsmeteorite die einzige Möglichkeit sind, Material vom Mars in irdischen Laboratorien zu erforschen.

Zwei sowjetische Sonden wurden in dem Oktober 1960 gestartet, um am Mars vorbeizufliegen, erreichten aber nicht die Erdumlaufbahn. 1962 versagten drei weitere sowjetische Sonden, zwei von ihnen blieben in dem Erdorbit, die dritte verlor auf dem Weg zu dem Mars den Kontakt mit der Erde. Auch ein weiterer Versuch 1964 schlug fehl.

Zwischen 1962 und 1973 wurden 10 Mariner-Raumsonden vom Jet Propulsion Laboratory der NASA entwickelt und gebaut, um das innere Sonnensystem zu erforschen. Es waren relativ kleine Sonden, die meistens nicht einmal eine halbe Tonne wogen. Mariner 3 und Mariner 4 waren identische Raumsonden, die am Mars vorbeifliegen sollten. Mariner 3 wurde am 5.11 1964 gestartet, aber die Transport-Verkleidung löste sich nicht richtig und die Sonde erreichte den Mars nicht. Drei Wochen spĂ€ter, am 28.11 1964, wurde Mariner 4 erfolgreich auf eine achtmonatige Reise zu dem roten Planeten geschickt. Am 14.07 1965 flog die Sonde am Mars vorbei und lieferte die ersten Nahaufnahmen - insgesamt 22 Fotos - des Planeten. Die Bilder zeigten mondĂ€hnliche Krater, von denen einige von Frost bedeckt zu sein schienen. 1969 folgten Mariner 6 und Mariner 7 und liefern insgesamt 200 Fotos. 1971 missglĂŒckte der Start von Mariner 8, dafĂŒr erhielt die NASA von Mariner 9 mehrere 1 Tausend Bilder.

Mars (Planet) Beschreibung
Mars (Planet) Beschreibung
Bild von Viking 1. Der große Felsen links von der Mitte ist etwa 2 Meter breit. Er wurde "Big Joe" getauft.

In den 1970er Jahren landeten die Viking-Sonden erfolgreich auf dem Mars und lieferten die ersten Farbbilder sowie Daten von Bodenproben: Viking 1 schaffte am 20.06 1976 die erste weiche Landung. Die Sowjetunion versuchte auch mehrere Landungen auf dem Mars, scheiterte jedoch.

1992 wurde der Mars-Observer gestartet. Er ging 1993 kurz vor der Landung verloren. Besonderes Aufsehen erregte 1997 der Mars Pathfinder, bei dem zu dem ersten Mal ein kleines Fahrzeug - das Marsmobil Sojourner - 16 Tausend Bilder von der Umgebung der Landestelle machen konnte. Eine weitere erfolgreiche Mission war 1997 der Mars Global Surveyor, bei der die MarsoberflĂ€che in sehr hoher Auflösung (teilweise unter 1 km) kartographiert wird; dieser Satellit umkreist noch heute (Jan. 2004) den Mars. Die Marssonden Mars Climate Orbiter (ging wegen groben Programmierfehler in der Navigation verloren) und Mars Polar Lander (aus unbekannten GrĂŒnden bei der Landung verschollen) stellten 1999 RĂŒckschlĂ€ge der Marsforschung dar. Seit dem 24.10 2001 umkreist außer dem Global Surveyor noch 2001 Mars Odyssey den roten Planeten, der spezielle Instrumente fĂŒr Fernerkundung von Wasservorkommen an Bord hat.

Von den bis 2002 insgesamt 33 Missionen zu dem Mars waren ca. 8 erfolgreich, allesamt amerikanisch.

Am 2.06 2003 startete in dem Rahmen der ersten europĂ€ischen Mars-Mission die ESA-Raumsonde Mars Express erfolgreich zu dem Mars. Das LandegerĂ€t Beagle 2 landete am 25.12 2003 auf der MarsoberflĂ€che, der Kontakt konnte aber nicht aufgebaut werden. Mars Express wies auf Fotos Sedimente in einer einem Flusstal Ă€hnelnden Formation nach, die als Beweis fĂŒr die Existenz von fließendem Wasser gelten. Am 10.06 2003 wurde die amerikanische Marssonde Spirit (MER-A) zu dem Mars gestartet. An Bord befand sich ein GelĂ€ndefahrzeuge (rover), welches nach der Landung drei Monate lang Gesteinsproben entnehmen und nach Wasser suchen soll. Die Landung erfolgte am 4.01 2004, der Kontakt brach aber nach zunĂ€chst wegen eines Softwarefehlers nach wenigen Tagen ab, der aber nach zwei Wochen behoben werden konnte. Am 8.07 2003 wurde die Sonde Opportunity (MER-B) mit einer Delta-II-Rakete gestartet. Opporunity ist die Schwestersonde von Spirit und gehört zur Mars Exploration Rover Mission. Der Start wurde mehrfach wegen ungĂŒnstigen Wetters und wegen technischer Defekte der Rakete verschoben. Die Landung erfolgte am 25.01 2004 um 6.05 Uhr (MEZ) in der Meridiani Planum Tiefebene. Wie Mars Express konnten beide Sonden in dem MĂ€rz 2004 anhand von Fotos und Behandlungen von Steinen nachweisen, dass immerhin vor lĂ€ngerer Zeit auf dem Mars flĂŒssiges Wasser vorhanden war. Darauf weisen unter anderem Ablagerugen hin. In dem Landegebiet von Spirit scheint von so viel Wasser bedeckt gewesen zu sein, dass dort Leben hĂ€tte existieren können, was in dem Landegebiet von Opportunity nicht bestĂ€tigt werden konnte, da die Ablagerungen hier fĂŒr ca. wenig Wasser sprechen. Beide Sonden befinden sich auf der jeweils komplementĂ€ren MarshemisphĂ€re.

Am 27.08 2003 war die Distanz zwischen Mars und Erde so klein wie seit ungefähr 60 Tausend Jahren nicht mehr. Die beiden Planeten waren etwa 55,76 Mio. Kilometer voneinander entfernt. Erst am 28.08 2287 werden sich die Erde und der Mars mit 55,69 Mio. Kilometer noch nĂ€her kommen.

Im Januar 2004 kĂŒndigte der amerikanische PrĂ€sident George W. Bush Anstrengungen der Vereinigte Staaten Amerika fĂŒr eine bemannte Mars-Mission an.

Siehe auch: Marsmissionen der Sowjetunion

Mars (Planet) Beschreibung
Mars (Planet) Beschreibung
Panoramabild des Mars, aufgenommen von der Sonde Pathfinder
Buch-Tipp: Mars. Planet der Geister (Bonifatius/Kontur) Ein tolles Jugend-Buch fĂŒr den Einstieg in Science Fiction Obwohl bereits Ende der 60er Jahre veröffentlicht hat dieser Jugendroman von Peter Dubina nichts von seiner Faszination verloren. Er erzĂ€hlt in einer auch fĂŒr junge Leser leicht verstĂ€ndlichen Sprache das Abenteuer einer bemannten Landung auf dem Mars. NatĂŒrlich entsprechen die wissenschaftlichen...

Leben auf dem Mars?

Mars (Planet) Beschreibung
Mars (Planet) Beschreibung
MarsoberflÀche nach Schiaparelli (1888)

Der Gedanke an die Möglichkeit von Leben auf dem Mars hat schon stets die Fantasie der Menschen beflĂŒgelt. In dem 18. Jahrhundert erkannte man, dass die Flecken, die auf der OberflĂ€che des Mars beobachtet worden waren, ihre Farbe Ă€nderten und wuchsen oder schrumpften. 1877 konnte der italienische Astronom Giovanni Schiaparelli auf dem Mars lange, gerade Linien sehen, die er canali (GrĂ€ben oder KanĂ€le) nannte. Allerdings wurde das Wort falsch in das Englische ĂŒbersetzt (Canals statt richtig Channels), so dass sie von sensationshungrigen Journalisten sehr bald als kĂŒnstlichen Ursprungs gedeutet wurden.

So entstanden viele Geschichten um vermeintliche Zivilisationen auf dem Mars. Die Diskussionen um die "Marsmenschen" hielten etwa ein Jahrhundert an. Der Amerikaner Percival Lowell, einer der heftigsten Verfechter der "MarskanĂ€le "-Theorie, grĂŒndete sogar eine eigene Sternwarte, um die Marsbewohner zu erforschen.

FĂŒr ihn waren die KanĂ€le das Produkt außerirdischer Ingenieure zum Zweck, die Marszivilisation vor einer großen Trockenheit zu retten.
Mars (Planet) Beschreibung
Mars (Planet) Beschreibung
MarsoberflÀche nach Lohse (1888)

Obwohl ca. wenige Astronomen die KanĂ€le sehen konnten und keine Fotos existieren, hielt sich die Theorie, begleitet von einer heftigen Debatte. Denn die Vorstellung von außerirdischem Leben ĂŒbt bis heute eine Faszination auf die Menschen aus, die mit wissenschaftlichem Interesse alleine häufig nicht erklĂ€rt werden kann. Durch bessere Teleskope konnten die Flecken spĂ€ter als SandstĂŒrme und verĂ€nderliche Eiskappen an den Polen erkannt werden und durch die bessere Auflösung der GerĂ€te entpuppten sich auch die "KanĂ€le" meistens als TĂ€uschung, ab und zu auch als ausgetrocknete WasserlĂ€ufe aus Urzeiten .

Mars (Planet) Beschreibung
Bild: "Marsgesicht" (Cydonia-Region)

Als in dem Juli 1976 der Orbiter 1 der Viking-Mission Bilder der Cydonia-Region machte und diese zur Erde schickte, wurde der Mars in der Öffentlichkeit wieder zu dem GesprĂ€chsthema. Eine der Aufnahmen zeigte eine Formation auf der MarsoberflĂ€che, die einem menschlichen Gesicht Ă€hnelte, das gen Himmel blickt. In der unmittelbaren NĂ€he wurden außerdem Strukturen entdeckt, die Pyramiden auf der Erde Ă€hnelten (von den Wissenschaftlern "Inka-Stadt" getauft). Erst die Mission Mars Global Surveyor der NASA brachte in dem Mai 2001 fĂŒr viele die ErnĂŒchterung. Alle entdeckten Strukturen waren das Ergebnis natĂŒrlicher Erosion. Durch neue Bilder mit wesentlich höherer Auflösung wurde deutlich, dass es keine gebauten Strukturen außerirdischer Intelligenz auf dem Mars gibt.

Viking 1 und 2 hatten u.a. die Aufgabe, der Frage nachdem Leben auf dem Mars nachzugehen. Dabei wurden ein chemisches und drei biologische Experimente durchgefĂŒhrt. Im chemischen Experiment wurde versucht, organische Substanzen in dem Marsboden nachzuweisen. Dazu wurde ein am MIT entwickelter Gaschromatograph-Massenspektrometer benutzt. Es konnten allerdings keine auf Kohlenstoff aufbauenden organischen Substanzen nachgewiesen werden. Das erste organische Experiment beruhte auf StoffwechselaktivitĂ€ten von Organismen. Eine Bodenprobe wurde mit einer NĂ€hrlösung benetzt und entstehende Gase registriert. Der Marsboden reagierte auf das Experiment mit Abgabe großer Mengen Sauerstoff. In dem zweiten Experiment wurde eine NĂ€hrlösung mit radioaktiven Kohlenstoffatomen versehen und auf eine Probe gegeben. Als Ergebnis eines Stoffwechsels hĂ€tten sie unter den ausgeschiedenen Gasen nachgewiesen werden mĂŒssen. TatsĂ€chlich wurden radioaktive Kohlenstoffatome nachgewiesen. Das dritte Experiment war das Photosynthese-Experiment. Radioaktiv markiertes Kohlendioxid wurde dem Marsboden zugesetzt. Dieses Kohlendioxid hĂ€tte assimiliert werden mĂŒssen. Dieses hĂ€tte spĂ€ter nachgewiesen werden mĂŒssen. Auch dieses Ergebnis war positiv. Obwohl die Ergebnisse der biologischen Experimente positiv waren, gaben sie aufgrund des negativen Ergebnisses des Gaschromatographen-Massenspektrometer-Versuchs keinen schlĂŒssigen Beweis fĂŒr Existenz oder Nichtexistenz von Leben auf dem Mars.

Im Jahr 1996 fanden David S. McKay und seine Mitarbeiter Strukturen in dem Marsmeteoriten ALH84001, die sie als Spuren von fossilen Bakterien deuteten. Allerdings wird die Beweiskraft der gefundenen Strukturen von vielen Wissenschaftlern angezweifelt.

Am 23.01 2004 entdeckte die europĂ€ische Marssonde Mars Express am SĂŒdpol des Mars große Mengen gefrorenen Wassers, doch nirgendwo anders. Höheres oder gar intelligentes Leben scheint es auf dem Mars also nicht zu geben, Wissenschaftler halten jedoch primitive Lebensformen (Mikroben) fĂŒr denkbar.

Ende MĂ€rz 2004 wurde bekannt, dass NASA- und ESA-Forscher unabhĂ€ngig voneinander Methan in der MarsatmosphĂ€re nachgewiesen haben, fĂŒr das es keine ĂŒberzeugende geologische Ursache gibt (Vulkanismus und EinschlĂ€ge großer Meteoriten liegen zu lange zurĂŒck). Dies wird als Indiz fĂŒr Leben auf dem Mars gewertet.

Ebenfalls Anfang 2004 entdeckte die Marssonde Opportunity Gesteine, die in offenstehendem Wasser abgelagert worden sein mĂŒssen und viele regelmĂ€ĂŸig verteilte kugelige, bis 1 cm große HĂ€matit-Konkretionen enthalten. Solche Konkretionen kommen auch auf der Erde vor. Unter irdischen Bedingungen ist wahrscheinlich, dass bei ihrer Entstehung Bakterien beteiligt sind. Ob dies auch fĂŒr den Mars gilt, könnten ca. Laborbehandlungen auf der Erde zeigen.

Weitere Mikrostrukturen, die die Rover Spirit und Opportunity 2004 entdeckt hatten und in denen ein Teil der interessierten Öffentlichkeit Hinweise auf Leben hatte sehen wollen, erwiesen sich bei nĂ€herer Behandlung als abiotisch oder kĂŒnstlich, so zu dem Beispiel Schleifspuren auf durch die Instrumente bearbeiteten GesteinsoberflĂ€chen oder Filamente, die sich als Textilfasern der Lande-Airbags herausstellten.

Buch-Tipp: Marsfieber. Aufbruch zum roten Planeten - Phantasie und Wirklichkeit Ja genau, KanĂ€le! Wie zu dem Teufel kam es eingentlich dazu, dass es alle Welt in dem 19. Jahrhundert fĂŒr bare MĂŒnze nahm, dass auf dem Mars KanĂ€le sind? Dass diese wahrscheinlich auch noch als ein Nachweis fĂŒr intelligente Zivilisation, nĂ€mlich die Erbauer der KanĂ€le, anzusehen sind? Und warum waren daraufhin in der frĂŒhen Science Fiction praktisch...

Kulturgeschichte

In der Astrologie ist Mars unter anderem das Symbol der Triebkraft. Es wird dem Element Feuer, den Tierkreiszeichen Widder und Skorpion und dem 1. Haus zugeordnet.

Buch-Tipp: Mission: Mars Mars-Forschung 2004: bunt und ansprechend gemacht Da haben die EuropĂ€er einen der grĂ¶ĂŸten Erfolge ihrer Raumfahrtsgeschichte, erkunden erstmals einen fremden Planeten und liefern mit der 'Mars Express' eine bessere globale 3D-Kartografierung ab, als sie von der Erde existiert - und? Kaum einer redet darĂŒber, wĂ€hrend die amerikanischen NASA-Kollegen...

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